Historisches
Gut Brandenbaum wird seit dem 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt und hatte aufgrund seiner Lage nahe der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg schon immer eine bewegte Geschichte. In der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges wurde die auf mecklenburgischer Seite liegende Palinger Heide auch als Truppenübungsplatz für die Lübecker Garnison benutzt. An diese Zeiten erinnert die Straße An den Schießständen am Ende der Brandenbaumer Landstraße, die Brandenbaum mit Wesloe verbindet (via Kirschenallee). Zu Zeiten der DDR befand sich in unmittelbarer Nähe der Grenzübergang Lübeck-Eichholz und somit auch das Grenzsperrgebiet.
Das gesamte Gebäudeensemble mit dem Gutshaus, dem Verwalter- und dem Gärtnerhaus steht unter Denkmalschutz und die Ost-, sowie die Westscheune stehen unter Umgebungsschutz. Das Gutshaus wurde im Jahr 1905 errichtet, die ehemals mit Reet gedeckten Scheunen sind etwas älter und stammen aus dem 19. Jahrhundert. Der Park und die Bäume stehen ebenfalls unter Naturschutz und die hohen Linden sind Reste der früheren Allee nach Lübeck. In der Ostscheune, die nach Westen hin verbreitert worden war, lagerten ehemals Heu und Stroh. Die Westscheune im Westen des Grundstücks war teilweise nach dem Krieg bewohnt und wurde später als Stall und Maschinenwerkstatt benutzt. Die historische Uhr sowie das Uhrenwerk sind noch funktionstüchtig und läuten zu jeder Viertelstunde.
Im Zuge der Lübecker Stadtentwicklung nach dem 2. Weltkrieg entstanden die Geschosswohnungsbauten des Behaimrings, die das Gut heute umschließen. Durch die vielen hier wohnenden Familien mit z.T. Migrationshintergrund und den Senioren in der Nähe liegenden Senoirenheims ist eine lebendige, vielfältige Nachbarschaft entstanden. Ein „Quartiersmanagementbüro“, das zusammen mit der Stadt Lübeck und der örtlichen Kirchengemeinde entstanden ist, verstärkt und vernetzt das soziale Miteinander in der Nachbarschaft. „Die nötigen Modernisierung- und Instandsetzungsmaßnahmen des Wohnungsbestandes, insbesondere im Bereich Behaimring, die Aufwertung der öffentlichen Bereiche für Aktivitäten und Begegnung, die Definition einer Mitte für Eichholz und die Gestaltung von Straßenräumen sollen zusammen mit Wohnungsbaugesellschaften, den BürgerInnen und der Stadt in ein tragfähiges Konzept gebracht werden“ (ISEK März 2011).










